Runter damit!
Titelstory
Die aktuellste Kurzgeschichte oder Kolumne aus dem Hobbykeller Trustorff
gibts gratis hier.
Schlagzeile
Lyrik vom Neuesten. Grad noch im
Gyros meines Hirns, schon verlinkt
auf diesem Heimblatt.
Wirtschaft
Bedenkliches Gedankengut gut
und günstig zur Güte geboten.
Sport
Die Live-Lese-Show-Termine des
Bumsdorfer Gerüchtekochs. Vielleicht schon bald in der Nähe von
jemandem, den Du kennst.
Feuilleton
Was grummelt literarisch so untenrum, welche Underground-Poetry macht warm im Bauch?
Witzeseite
Oft der einzige Grund, ein Blatt
zu lesen, sind die Comics und
Cartoons.
Anzeigen
Mit einem feuchten und einem nassen Auge beklagt die zünftige Schrift
das Ableben Adolf Mobmanns in den
Todesanzeigen.
Leserbriefe
Meine Stadt, mein Blog, mein
himmelblauer Unterrock.
Das Nachtmädchen
Aus scheinbar schöner Dunkelheit
Und endlos schweren Tiefen
Erwacht, den Schädel schüttelnd,
- Mein Ich -
Dem Traum zuwider wachgerüttelt.
In schwarzen Augen, welche schliefen,
Da träumte ich von Einsamkeit
Nun im hier und jetzt erwacht
Sehe ich um den Augen Haut,
Blau und matt umschließt sie nackt
- Das Nachtmädchen -
Die Botschaft, die mich heimlich packt,
Hat es ohne Stimme aufgebaut;
Es sagen bloß die Augen: „Nacht!“
Das wirklich wichtige im Leben
Der Menschheit stete Angeberei
Zeigt gern, was sie errungen
“Feuer, Rad und Fliegerei”
Hat bisher immer gut geklungen
Als seien diese tollen drei
Vortreffliche Erfindungen
Äonen jedoch vor unserer Zeit
Gab´s im Urmeer Triploblasten
Welche sensationell gescheit
-Für eine Ursuppe- erfassten
Was erst die Schöpfung heilig weiht
Des Lebens Segel, Ruder, Masten.
Die Triploblasten damals fanden
Tiere bräuchten dürft´ge Not
Gaben ihren Dreischicht-Wanden
Eine Schlauchform, mit dem Gebot
Nahrung zu verdauen und erfanden
Dadurch Magen, Anus, Kot
Ich als Dichter will jenen Wesen
Widmen diese Gedichtelein
Nie hätt ich Po-Esie vorgelesen
Ohne des Pos Erfinderlein
Doch durch sie kann ich erlesen
Mit
“Arschloch!”
Und
“Scheiße!”
Meinem Text Gefühl verleih´n
Der nicht gemachte Hof
Der Wind spielt mit Helli Sturm
Weht ihn vehement übern Hof –gehetzt-
Helli wankt im Windhosen-Blätter-Turm
Und nur sein Besen hält ihn fest
Hat Helli nen Haufen Laub geharkt
Blasen böse Böen die Blätter ungefähr
Meterweit weg,
weshalb der Wicht nicht verzagt
nein
der Tölpel tänzelt taumelnd hinterher
Helli heult heute des verlaubten Hofes wegen
Denn jetzt kommt Margret angefahrn
Ihr den Hof zu machen will Helli hegen
In jedem Herbst seit vierzehn Jahrn
Der Köwerich
Trier ist eine schöne Stadt in einer schönen Umgebung, eines fällt dem aufmerksamen Reisenden jedoch sofort auf: Die Orte hier haben die lächerlichsten Namen Deutschlands.
Bestes Rohmaterial für jeden Poeten, der mit dem Zug Trier bereist und sich nur beim Ausrufen des nächsten Ortes kichernd den Griffel schnappen muss, um die jecken Käffer sogleich in einer tragischen Liebesballade zu verwursten.
Heut nicht Rascheid in die Morscheid
Ein Bengel aus Schweich
Dachte Quint:
„Ayl! Ich Schleich
Mich Riol rüber nach Kasel
Weil ich´s mir hier Olk zu sehr verbasel
Mit den Lehmen Mädelein.
Aach, Aach,
war ich doch so Löf und Zerf am Handeln
und habe mir verboten
mit den Okfen anzubandeln
obschon mein Schoden schon ein Bullay ist
und ich wäre doch so gern
Muhl in einem Moselkern!“
In Kasel suchte er sehr Serrig sich nen Laden
Bleßlich war der in Schweich schon ganz Heddert
Von den vielen Klotten und Lampaden
Und lud die erste Ittel
Mit dem allerschönsten Nittel
Zu Ürzig Fisch
- Es war gerad der Welschbillig-
Doch sie wurd weder Ensch noch willig
Riol seinem Tavern und Wawern
„Pluwig“ sagte sie, „der Filsch ist ganz Irsch,
und es stinkt der Dampf vom Trier so wirsch!“
ging wenig Pöhlig auf ihr Floß und wollte fort.
Der Köwerich rief Thörnich Herl: „Bleib for Ort!“
Doch sie gab ihm Kersch den Hetzerat:
„Schweich, Bengel, Du Serzenich!
Willst du mir Drohn? Ich scherze nich!
Gut wars
Es war gut vor Dir nicht wegzulaufen
Meine Gedanken Dir nur zuzuhauchen
Es war so gut meinen Scherbenhaufen
In Dein blondes Haar zu tauchen
Es war gut Deinen Pupillensee zu kennen
Das Körperwärme-Kopf-Umspülen
Deine Nase schon fast riechen können
Deinen Atem auf meinen Lippen fühlen
Es war gut Dir ehrlich zu berichten
Dass meine Freundin grad an mich denkt
Und jetzt zu Haus im kalten schlichten
Bett mir ihre Träume schenkt
Es war gut Dich doch endlich
Fast nur zu berühren
So macht Fremdgehnträumen Sinn;
So konnte ich am stärksten spüren
Dass ich bei ihr zu Hause bin
Hauke Trustorff lebt -
Mitbegründer des Fanzines Oropax wohlweisslich wohlauf
Hamburg. Geboren 1980 in
der Stadt des Niesels, erlernte
der Dichter in Braunschweig
den Beruf des Gesundheits- und
Krankenpflegers. Nachdem ihm das
Krankenhauspersonal einrucksvoll
psychische Erkrankungen in einer
Art Alltags-Performance darbot, trieb
ihn seine Neugier nach Saarbrücken,
um dort mit Hilfe eines Psychologie-
Studiums zu erfahren, wie Erleben
und Verhalten normalerweise
stattfinden sollte.
Panorama
Fanatische Sammler können Texte von Mobmann/Trustorff in folgenden Gazetten finden:
The Punchliner, Reiffer-Verlag;
Stadtgeschehen bei Misch-wetter, Schöneworth-Verlag;
Oropax, Fanzine;
Subh, Literaturzeitschrift;
Szens, Stadtmagazin für Braunschweig;
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