Bobo und der Sport

Für den dicken Bobo war Sport ein Phänomen, das mit einem Verkehrsunfall zu vergleichen wäre; etwas schmerzhaftes, das nur unwirklich von außen nachzuvollziehen und mit der seltsamen Annahme verknüpft ist, es passiere nur anderen.
Der dicke Bobo war nicht unsportlich. “Unsportlich” ist jemand, dem sportliches Talent fehlt, in seinem Fall wahr es jedoch keine motorische Armut, sondern eher wie der Kampf eines Urmenschen gegen ein roboterähnliches Cyber-Phänomen aus einer komplexen Dimension, die unsere Welt nicht nur vollkommen beherrscht, sondern auch seiner Nichtigkeit wegen ignoriert. (...)


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Das Geheimnis der Frauen

Ich hatte es schon immer gewusst. Ich hatte auch schon immer gewusst, dass eine kleiner Mann unter Strassenkreuzungen in einem Verschlag hockt, und die Ampel schaltet.
Als ich ihn auf dem Nachhauseweg leise kichern hörte, weil er die Ampel gerade auf Rot springen ließ, während eine alte Dame ihn Rollator mit genug Schwung versehen hatte, um einigermassen über die Strasse zu kommen, kroch ich in seinen Verschlag und erklärte ihm, dass so etwas frech sein, und er es in Zukunft unterlassen soll. (...)


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Der Hirsch

Der Ruf des Hirsches ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Jägerlobby versucht, ihren blutigen Taten eine besonderen Glanz zu verleihen. Lange glaubte man ihrer Propaganda und hielt den Hirsch für einen Macho mit Geweih. (...)


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Der Ozelot

Der Ozelot wurde ursprünglich vom Pharma- und Chemiekonzern Bayer als Medikament für den Hausgebrauch entwickelt. Er half bei hochgerollten Zehennägeln und verdrehten Augen. (...)


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Die Emanzipation ist Tot

Steffi kreischt. Der Weltuntergang droht, denn ich habe zu wenig Abwaschwasser eingelassen.
Sie kennt meine raffinierten Pläne nicht, nach denen ich mit wenig Spülwasser beginne, um mit heißem Wasser das beschäumte Geschirr abzuspülen um so Stück für Stück das Becken bis zum großen Topffinale aufzufüllen. Sie lässt den Wischmob in der einen und die Schmutzwäsche in der anderen Hand fallen um mich mit ihrer Schulter vom Spülbecken wegzustoßen. (...)


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Emotionae Praechristinatalae

Es war kurz vor dem dritten Advent, als sich ein “besonderer Gast” in meiner Küche eingefunden hatte.
Jaja, so ist das im westlichen Ringgebiet Braunschweigs, kaum bleibt ein Raum längere Zeit unbeaufsichtigt (weil man gerade seinen Kohleofen anheizt), schon treibt sich Pack von der Straße in der Küche herum (...)


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Knusprige Barbaren

Das leicht bräunliche Wasser schien brühwarm. Die Frösche im Goldfischteich japsten nach Luft.
Uns sollte das nicht stören, immerhin lag schon der ölige Fischdunst vom Grill in der Luft. Barben sollte es geben. Im Ganzen. Ich mag es, Tiere im Ganzen zu essen, weil man sieht, wie sie aussehen, deswegen mag ich Hühnchen auch so gerne. Die Fische waren mit Kopf und allem. Und Augen. (...)


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Murmelbahn

Diese verdammten asiatischen Großmeister mit ihren beschissenen Drecksweisheiten.
So ähnlich dachte ich, als Meister Akira Muschigaba seine alte Holzmurmel fallen ließ. Diese fiel plump auf den weichen Erdboden und blieb dort liegen. (...)


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Paul

Würde jemand im Lexikon den Begriff „Mann“ nachschlagen, wäre da sicher kein Foto von Paul abgebildet. (...)


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Streichelzoo

Ich mag keine Zoos und auch keine Streichelzoos. Das liegt daran, dass ich keine Ziegen mag. Die sind zu aufdringlich und buffen und knabbern an mir rum. (...)


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Weihnachtsmann

Ah, hallo, Brillobert. Auch heute noch im Bus? Ach, das Kostüm,... ja ich arbeite als Weihnachtsmann, ....gewissermassen. .... Nein, die Kinder sind dabei das geringste Problem.

Du,... Brillobert,...das hört sich jetzt komisch an, aber...kann ich mal mit dir reden? Ich muss dringend mit irgendjemandem sprechen. Lass uns lieber nach hinten setzen auf die Räuberbank, ich will nicht, dass das jemand hört. (...)


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Weltfrieden

Sie streckte ihr nacktes rechtes Bein in die Höhe und wackelte mit den Zehen. Ich entschied mich gegen die soeben von mir errichtete Kerze und ließ meine Beine so über meinen Oberkörper und Kopf klappen, dass ich durch diese wie durch ein Fenster zur Zimmerdecke blicken konnte. Daraufhin versuchte Raissa so etwas wie eine Brücke. (...)


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Hauke Trustorff lebt -
Mitbegründer des Fanzines Oropax wohlweisslich wohlauf

Adolf Mobmann

Hamburg. Geboren 1980 in der Stadt des Niesels, erlernte der Dichter in Braunschweig den Beruf des Gesundheits- und Krankenpflegers. Nachdem ihm das Krankenhauspersonal einrucksvoll psychische Erkrankungen in einer Art Alltags-Performance darbot, trieb ihn seine Neugier nach Saarbrücken, um dort mit Hilfe eines Psychologie- Studiums zu erfahren, wie Erleben und Verhalten normalerweise stattfinden sollte.

Panorama

Fanatische Sammler können Texte von Mobmann/Trustorff in folgenden Gazetten finden:

The Punchliner, Reiffer-Verlag;
Stadtgeschehen bei Misch-wetter, Schöneworth-Verlag;
Oropax, Fanzine;
Subh, Literaturzeitschrift;
Szens, Stadtmagazin für Braunschweig;
Delfine

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